Adriana Valenzuela, Young ESD Voice: "Die Welt braucht einen Wandel hin zu neuen Lebensstilen"
Adriana Valenzuela © privatBildende
Adriana Valenzuela engagiert sich für die Umwelt, seitdem sie 12 Jahre alt ist. In Kolumbien und hat sie für eine NGO als Umweltmanagerin gearbeitet und Erfahrung mit verschiedenen internationalen Programmen gesammelt. 2001 war sie Mitglied des Youth Advisory Councils des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Adriana Valenzuela hat in Kolumbien, Argentinien und der Schweiz Kommunikation und Nachhaltige Entwicklung studiert. Sie arbeitet zurzeit als Beraterin des Nationalen Rats zum Klimawandel in der Dominikanischen Republik.
Wie waren Jugendliche an der Weltklimakonferenz beteiligt?
Die Mitwirkung von Jugendlichen beim Thema Klimawandel hat sich verstärkt. In Kopenhagen waren 1500 Jugendliche als Beobachter oder Teilnehmer offizieller Delegationen dabei. Die UN organisierte verschiedene Aktionen für sie. Sechzig Jugendliche aus südlichen Ländern waren eingeladen, an der Weltklimakonferenz teilzunehmen. In der "Youth Arcade" hatten Jugendorganisationen eine Möglichkeit, ihre Projekte in der allgemeinen Ausstellung zu präsentieren. Briefings für Teilnehmer aller Altersgruppen förderten den Austausch zwischen Entscheidungsträgern und jugendlichen Akteuren. Am letzten Tag der Veranstaltung betonte die mexikanische Delegation, dass sie die Teilnahme von Jugendlichen an der nächsten Weltklimakonferenz fördern wolle.
Warum ist Bildung zu Klimawandel und Nachhaltigkeit wichtig?
Wir werden die Klima-Rahmenkonvention und ihre Ziele zur Eindämmung des Klimawandels nicht umsetzen können, ohne Bildung, Ausbildung und öffentliches Bewusstsein zu stärken. Die Welt braucht einen kulturellen Wandel hin zu neuen Lebensstilen, Konsum- und Produktionsgewohnheiten. Wir müssen ein gemeinsames Verständnis über Klimawandel entwickeln und verstehen, wie wir ihn bekämpfen können. Bildung für nachhaltige Entwicklung bietet die Basis, um jene Kompetenzen zu erwerben, die dazu notwendig sind. Nur mit Bildung und Kommunikation können wir die nötigen Werte, Wissen und Fähigkeiten erwerben.
Ist Bildung in den internationalen Rahmenabkommen zum Klimawandel überhaupt ein Thema?
Artikel 6 der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen befasst sich mit Bildung, Ausbildung und öffentlicher Wahrnehmung zum Klimawandel. Er fordert, dass die Staaten Programme entwickeln und fördern, die über den Klimawandel und seinen Folgen aufklären. Wichtige Punkte sind außerdem: öffentlicher Zugang zu Information, allgemeine Teilhabe, Ausbildung von wissenschaftlichem, technischem und leitendem Personal sowie internationale Kooperation. Auf der Klimakonferenz in Neu-Delhi wurde mit dem so genannten "Neu-Delhi Arbeitsprogramm" (NDWP) ein Rahmen vereinbart, der die Umsetzung dieses Artikels unterstützen soll. Die Fortschritte in diesem Bereich werden 2012 beurteilt, in diesem Jahr erscheint ein Zwischenbericht dazu.
Was sind die wichtigsten Herausforderungen?
Einige der Dinge, die nötig sind, um Bildung zu Klimawandel zu fördern, sind:
- Koordination und Partnerschaft zwischen Regierungen, internationalen Organisationen, Zivilgesellschaft, privatem Sektor und lokalen Gemeinschaften fördern
- Wissen über Klimawandel in der schulischen, aber auch informellen und außerschulischen Bildung mit innovativen Methoden fördern
- Bildung, Fortbildung und öffentliche Bewusstseinsbildung zu Klimawandel fördern
- Öffentliche und private Finanzierung für Bildung zu Klimawandel verbessern
- Zusammenarbeit mit den Medien, um ein Bewusstsein und verbessertes Verständnis des Klimawandels und der Verantwortung jedes Einzelnen zu schaffen.
Was denkst du über die Beteiligung von Jugendlichen?
Junge Menschen spielen eine sehr wichtige Rolle bei Themen zum Klimawandel. Die Weltbevölkerung ist jung, mit fast 2,2 Milliarden Menschen unter 18 Jahren. 85 Prozent von ihnen wohnen in Entwicklungsländern. Jugendliche können eine wichtige Rolle spielen, indem sie Entwicklungen in ihren Gemeinschaften voranbringen. Dazu müssen sie in Entscheidungsprozesse eingebunden und über Klimawandel und nachhaltige Entwicklung informiert sein.
Was muss noch getan werden?
Wir können nicht warten, wir müssen jetzt handeln. Wir müssen die Bildung über Klimawandel und Bildung für nachhaltige Entwicklung fördern. Wir brauchen die Unterstützung und entschlossenes Handeln von Regierungen und der gesamten Gesellschaft, um gemeinsam eine nachhaltige Welt zu schaffen.
Springen Sie direkt: zur Hauptnavigation, zum Seitenanfang



