Netzwerk Finanzkompetenz NRW
Von Christiane Sievers
Der kompetente Umgang mit Geld ist eine Schlüsselqualifikation und die Grundlage für eine verantwortungsvolle Haushalts- und Lebensführung. Nur Verbraucher mit einer grundlegenden finanziellen Bildung sind in der Lage, Konsumentscheidungen verantwortungsvoll zu treffen und die Folgen kritisch abzuschätzen.
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Moki Aufkleber © Netzwerk Finanzkompetenz NRWBildende
Um möglichst viele junge Menschen in ihrer Finanzkompetenz zu stärken, hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) Anfang 2006 ein landesweites Netzwerk zur Förderung der Finanzkompetenz von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – kurz "Netzwerk Finanzkompetenz NRW" ins Leben gerufen. Ziel ist es, Ressourcen von kompetenten Partnern auf Landesebene zu bündeln und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie die Finanzkompetenz junger Menschen verbessert werden kann.
Seitdem engagieren sich rund 100 Akteure in diesem Netzwerk. Vertreter von Schuldner- und Verbraucherberatung, Wirtschaft, Einrichtungen aus dem kommunalen Jugend- und Familienbereich, kirchlichen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Banken, Wissenschaft und Politik treffen sich zu einem Meinungsaustausch, zur gegenseitigen Unterstützung und um Projekte und Veranstaltungen rund um das Thema Finanzkompetenz zu organisieren.
MoKi
Viele Kinder machen während ihrer Grundschulzeit erste Erfahrungen mit Taschengeld, kaufen sich Süßigkeiten oder tauschen Sammelbilder. Das Netzwerk hat sich bei seiner Projektarbeit für Grundschüler als Ziel gesetzt, Kinder möglichst spielerisch mit dem Thema Geld zu erreichen.Bildanfang
Materialien für die Projektarbeit in Ganztagsgrundschulen © Netzwerk Finanzkompetenz NRWBildende
"MoKi- Money & Kids" ist ein umfangreiches Materialpaket für die Nachmittagsbetreuung an Ganztagsgrundschulen. Es wurde nach einer Ausarbeitungs- und Erprobungsphase mit großem Engagement der Netzwerkmitglieder Ende 2007 fertig gestellt und kann seitdem von allen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro bezogen werden. Über 1100 Schulen haben dieses Angebot bereits genutzt und finden in den Unterlagen modulare Informationsmaterialien und viele praktisch umzusetzende Aktionen. Die Schüler begreifen, dass man viele, aber nicht alle wesentlichen Dinge im Leben kaufen kann und werden angeregt, über Geld und Konsum nachzudenken. Das Material umfasst fünf Module und ist sowohl in der Nachmittagsbetreuung als auch in einer Projektwoche einsetzbar. MoKi wurde als offizielles Dekade-Projekt 2007/2008 im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet.
Fit fürs eigene Geld
Um Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren beim Umgang mit dem ersten Gehalt zu unterstützen, hat die Arbeitsgruppe "Berufsneulinge" eine Bildanfang
Materialien für die Projektarbeit mit Berufsneulingen © Netzwerk Finanzkompetenz NRWBildendeUnterrichtshilfe entwickelt, die an Berufskollegs, Haupt- und Realschulen zum Einsatz kommen soll und die Bedürfnisse junger Berufstätiger aufgreift: Zukunftsplanung, Autofinanzierung, Basiswissen zu Krediten sowie Lösungsvorschläge in Krisensituationen bilden die Grundlage für 5 Unterrichtsmodule, die aufeinander aufbauen, aber auch einzeln bearbeitet werden können. Seit Januar 2009 kann jedes Berufskolleg, jede Haupt- und Realschule diesen Ordner kostenfrei beim MUNLV beziehen; eine Email mit der Lieferadresse an finanzkompetenz@munlv.nrw.de genügt.
Begleitend zu dem Unterrichtsmaterial hat sich der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband bereit erklärt, im Schuljahr 2008/2009 rund 350 Lehrer zum Thema Finanzkompetenz fortzubilden. Das Interesse der Lehrer spiegelt sich in den hohen Anmeldezahlen wider: die meisten Termine sind bereits ausgebucht.
Weitere Aktivitäten
Nicht nur Berufsneulinge, auch Schülerinnen und Schüler sollen verantwortungsvoll mit Geld umgehen können. Mit dem Projekt "Alles im Griff" haben in den letzten 2 Schuljahren Schuldnerberater landesweit 9. und 10. Schulklassen besucht, um sie in einer Doppelstunde auf Schuldenfallen aufmerksam zu machen. Der große Erfolg des Projekts führt im nächsten Schuljahr 2009/2010 zu einer Wiederholung.
Das Netzwerk ist auch in Familienzentren aktiv: zur Zeit werden in einem zweijährigen Modellprojekt Beratungsangebote rund ums Thema Geld erprobt und in den Einrichtungen installiert.
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