BNE-Journal: "Freiwillige in Parks" – Das Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften

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"Freiwillige in Parks" – Das Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften

Bildanfang''Freiwillige in Parks'' markieren einen Wanderweg"Freiwillige in Parks" markieren einen Wanderweg auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Juterbog-West im Naturpark Nuthe-Nieplitz. © Naturwacht BrandenburgBildende

Das bundesweite Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften, den Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten, lädt Jung und Alt ein, in einer Vielzahl von Naturschutz- und Bildungsprojekten der Parks mit anzupacken. Durch die ehrenamtliche Mitarbeit bekommen "Freiwillige in Parks" – Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Gäste der Nationalen Naturlandschaften – Gelegenheit, Natur hautnah zu erleben und "Insider" eines Schutzgebietes zu werden. Die vielfältigen Angebote, etwas Sinnvolles zu tun, Verantwortung zu übernehmen, das eigene Umfeld mitzugestalten und gleichzeitig den eigenen Horizont zu erweitern, locken jedes Jahr mehr Aktive in die Parks.

Mitgemacht, angepackt und dazugelernt! In den Nationalen Naturlandschaften – den Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten – können Personen aller Altersgruppen im Freiwilligenprogramm hauptamtliche Parkmitarbeiterinnen und -mitarbeiter bei ihrer Arbeit unterstützen, eigenes Wissen einbringen, Neues lernen und sich auf diese Weise aktiv für die schönsten Landschaften Deutschlands einsetzen.

In 40 Parks sind freiwillige Helferinnen und Helfer in einer Vielzahl von Naturschutz- und Bildungsprojekten aktiv: sie leisten wertvolle Unterstützung beim Bau von Amphibienzäunen, bei Baumpflanzungen und -pflege, bei der Instandhaltung von Lehrpfadstationen und Wanderrastplätzen, der Zählung von Tierarten und der Mitarbeit in Forschungsprojekten, der Begleitung von Exkursionen, der Betreuung von Besucherinformationszentren und der Programmplanung und -durchführung für Kinder- und Jugendgruppen. Ebenso übernehmen sie Wanderwegepatenschaften oder auch Bürotätigkeiten beispielsweise im Bereich der Datenauswertung und Öffentlichkeitsarbeit.

Neben vielfältigen Einsatzfeldern für individuell engagierte Freiwillige ist in der Zusammenarbeit von Schutzgebieten mit Projektpartnern wie Schulen und Unternehmen eine breite Palette zusätzlicher Engagementformen entstanden, z. B. Patenschaften für Bäche, Wiesen und Waldflächen, Aktionstage und Arbeitsgruppen.

EUROPARC Deutschland, der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, startete das Freiwilligenprogramm 2003 nach dem Vorbild des "Volunteers in Parks Program" der US-amerikanischen Nationalparks. Der systematische Auf- und Ausbau von Freiwilligenmanagement, d. h. von Engagement fördernden Rahmenbedingungen, Strukturen und Abläufen in den Parks, dient dazu, in optimaler Weise die Interessen der Freiwilligen mit denen der Parks zu verbinden.

Parks erreichen dank der Unterstützung der Freiwilligen mehr, als allein durch hauptamtliche Schutzgebietsbetreuung möglich wäre, sei es beim Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ressourcen, in der Forschung oder in Umweltbildungsprojekten. Neben Pflichtaufgaben können die Parks durch die speziellen Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Kontakte der Freiwilligen "Sonderprojekte" umsetzen. Im Fall von regional ansässigen Freiwilligen profitieren sie außerdem vom stärkeren Anschluss an die Bevölkerung vor Ort und der tieferen Verankerung in der Region, sie gewinnen neue Fürsprecherinnen und Fürsprecher, öffentliche Aufmerksamkeit und damit einen höheren Bekanntheitsgrad.

Den Freiwilligen ermöglicht das Programm persönlich erfüllende Erlebnisse. Neben besonderen Einblicken in die Arbeit der Schutzgebiete bietet ihnen der ehrenamtliche Einsatz, mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten und nicht zuletzt Freude daran, etwas Sinnvolles für den Schutz der heimischen Natur zu tun. Insbesondere die vielfältigen Qualifizierungsangebote für Freiwillige (theoretische und praktische Einweisungen, begleitetes "learning on the job", Mentoring, Erfahrungsaustausch etc.), die Förderung eigenverantwortlichen Lernens und ihre fachliche Betreuung durch qualifizierte hauptamtliche Freiwilligenkoordinatorinnen und -koordinatoren spielen dabei eine herausragende Rolle. Großen Wert wird ebenfalls darauf gelegt, die Freiwilligen für ihr Engagement anzuerkennen, persönlich im "Alltag" ebenso wie bei offiziellen Anlässen.

Die "soziale Seite" des Freiwilligenprogramms zeigt sich auch in der generationenübergreifenden Einbindung unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen, darunter Berufstätige, Arbeitslose, aus dem Berufsleben Ausgeschiedene, Schülerinnen und Schüler, Menschen mit Behinderungen, internationale Freiwillige etc. Auf diese Weise entstehen neue soziale Netze – besonders bedeutend in ländlichen Räumen. Nach fünfjähriger Laufzeit lässt sich eine Bilanz ziehen, die in hohem Maße zum weiteren Ausbau des Freiwilligenprogramms motiviert: Die Nationalen Naturlandschaften sind zum Kristallisationspunkt für ehrenamtliches Engagement geworden. "Nachhaltige Entwicklung" in Verbindung mit Schutzgebieten ist um eine Facette reicher geworden – dank des Engagements von Freiwilligen in Parks, der hauptamtlichen Schutzgebietsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie unterstützender Projektpartner.

Das Freiwilligenprogramm wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), die Heidehof Stiftung, die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt/Naturschutzfonds, die Manfred-Hermsen-Stiftung, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie die BINGO!-Umweltlotterie. Es wurde 2007 als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet.


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