Internationaler Jugendgipfel "Go 4 BioDiv"
Kulturelle und biologische Vielfalt stehen im Fokus des Internationalen
Jugendgipfels "Go 4 BioDiv". © Berny MeyerBildende
"Der Optimismus ist der beste Partner eines guten Plans. Es hängt also von uns ab. Und wir haben gute Chancen." Der 26-jährige Gabriel Zeballos aus Bolivien ist Biologe. Der Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt liegt ihm am Herzen. Hierfür will er sich einsetzen und mit Gleichgesinnten aus aller Welt Lösungsstrategien entwickeln. Vom 16. bis 30. Mai 2008 reist er dafür nach Deutschland, denn dann findet hier der Internationale Jugendgipfel 2008 "Go 4 BioDiv" statt.
Der Gipfel bietet der jungen Generation die geeignete politische Plattform für ihre Anliegen, während rund 5 000 Delegierte bei der 9. UN-Konferenz über Biologische Vielfalt in Bonn vom 19. bis 30. Mai 2008 Maßnahmen zum Schutz von Biodiversität beraten. Was die Staatsoberhäupter entscheiden, betrifft insbesondere die jungen Menschen dieser Welt: Sie werden die Konsequenzen des gegenwärtigen Handelns der Weltgemeinschaft tragen müssen.
Neben Gabriel bringen weitere 50 ausgewählte junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren Motivation, Kreativität und Fachwissen in den Internationalen Jugendgipfel ein. Sie stammen aus Metropolen und aus ländlichen Gebieten, kommen aus Afrika, Asien, Europa oder Lateinamerika. "Es ist großartig zu sehen, wie viele junge Menschen aus verschiedenen Ländern mit demselben Ziel arbeiten. Ich bin stolz darauf, dazuzugehören und eine Chance zu haben, der Welt unsere Sichtweisen vorzustellen", sagt Natascha Wagner. Sie ist 25 Jahre alt und promoviert an der Kasseler Universität in Biologie.
Der erste Teil des Jugendgipfels findet im Internationalen Wildniscamp im Nationalpark Bayerischer Wald statt. Während zehn Tagen erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Diskussionsrunden und künstlerischen Workshops fachliche und kreative Beiträge. Die Ergebnisse präsentieren sie vom 26. bis 30. Mai 2008 in Bonn, unter anderem auf der die UN-Konferenz begleitenden Ausstellung "Expo der Vielfalt". Darunter sind zwei Interpretationen des "Ökologischen Fußabdrucks" aus Glas. Der "Flying Footprint" besteht aus einer Serie von Glasschaukästen, die den Weg vom Eingang der Expo der Vielfalt bis zur Ausstellungsfläche des Jugendgipfels markieren. Die jungen Erwachsenen haben die Kästen mit Naturprodukten gefüllt – ihre Symbole für die biologische und kulturelle Vielfalt ihres Landes. Das "Puzzle of BioDiv" besteht aus 16 Glasteilen, in die der ökologische Fußabdruck des jeweiligen Landes eingearbeitet ist und die in ihrer Gesamtheit einen Fuß darstellen.
Aus welchen Perspektiven die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendgipfels biologische und kulturelle Vielfalt betrachten, vermittelt die Fotoausstellung "Unity in diversity: my environment and me" auf der "Expo der Vielfalt". Für Gabriel sind es die Berge, die biologische Vielfalt symbolisieren: "Nicht nur weil sie Quell des Wassers und Schutz für tausende Arten bedeuten, sondern auch weil sie in meiner Kultur die sehr alten Vorfahren meines Volkes darstellen." Im Tanztheater "Go 4 BioDiv!" interpretieren die jungen Erwachsenen ihre Erlebnisse im alltäglichen Umgang mit biologischer und kultureller Vielfalt. Neben den kreativen Beiträgen erhalten sie Foren für ihre politischen Botschaften: unter anderem bei der Internationalen Bürgermeisterkonferenz und im High-Level-Segment der Vertragsstaatenkonferenz.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und dem Nationalpark Bayerischer Wald organisieren und durchgeführt unter Mitbeteiligung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV). Partner sind des Weiteren die Stadt Bonn und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Internationalen Jugendgipfel 2008 "Go 4 BioDiv" ist als Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" anerkannt.
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