Kulturelle Vielfalt und Bildung für nachhaltige Entwicklung - Aus der Praxis der CRESPO-Foundation
Von Karin Heyl
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Als Einwanderungsland hat sich Deutschland heute einer großen kulturellen Vielfalt seiner Bürger zu stellen. Und es scheint nicht den einen Königsweg zu geben, um einerseits die Einwanderer zu integrieren und andererseits ihren kulturellen Identitäten Entwicklungsmöglichkeiten zu lassen. Mehr als 40 Jahre nach Ankunft der ersten "Gastarbeiter" sind wir uns heute bewusst, dass in der Migration eine große Chance für die westeuropäischen Länder liegt, eine Bereicherung unserer Gesellschaft, die auch uns – und die großen Unternehmen weisen gerne immer wieder darauf hin – wettbewerbsfähiger für die globale Welt macht. Aber um diese Chance nutzen zu können, müssen wir den Migranten Türen öffnen – der Schlüssel dafür ist Bildung. Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass viele Unternehmen und auch Stiftungen sich dieses Themas annehmen. Beispielgebend sei hier das START-Stipendienprogramm – eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung genannt, das inzwischen von mehr als 80 Partnern getragen wird und das die Crespo Foundation in Wien etabliert: Junge Migranten, gute Schüler, die sich zudem gesellschaftlich engagieren, erhalten ein Bildungsstipendium. Es umfasst nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch eine ideelle in Form von Bildungsseminaren. Hier wird Benachteiligung ausgeglichen.
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???Großansicht des Bildes???START-Stipendiaten bei Aufnahmezeremonie 2007 © IC 2Bildende
Als Crespo Foundation ist uns besonders daran gelegen, die kulturellen Kompetenzen unserer jungen Stipendiaten zu fördern, ihren Fähigkeiten, sich zwischen Kulturen zu bewegen und diesem Erfahrungshorizont Ausdruck zu verleihen, ihn in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes einzubringen. Deswegen ist im Wiener START-Programm ein Kunstprojekt unter Moderation der Künstlerin Eva Schlegel fester Bestandteil. START ist so erfolgreich, weil es der Migration ein Gesicht gibt und weil es Erfolgsgeschichten ins öffentliche Bewusstsein rückt. Wenn Vorstandsvorsitzende persönlich einzelne Stipendiaten begleiten, wenn der Bundespräsident die Stipendiaten einlädt, um mit ihnen über Wege zur Integration zu diskutieren, dann sind das erste nachhaltige Erfolge dieses Projektes.
Mit dem Projekt SABA nimmt sich die Crespo Foundation Migrantinnen an, die aufgrund ihrer familiären Situation oder weil sie erst seit kurzem in Deutschland leben, bislang keine Ausbildung absolvieren oder keinen Schulabschluss machen konnten. Alle Frauen, die an diesem Projekt teilnehmen, haben den Wunsch, sich in Deutschland zu integrieren, sie sind neugierig auf dieses Land und seine Menschen, sie wollen hier arbeiten und sie wollen ihren Kindern ein gutes Beispiel geben. Einige von ihnen tragen Kopftuch, andere nicht oder nur während des Ramadan. Die vielleicht schwierigste Aufgabe für die Frauen ist es, einen Lebensentwurf für sich zu finden, der den Anforderungen verschiedener Lebensumfelder gerecht wird – der deutschen Arbeitswelt und dem familiären Umfeld. Und es gibt wenige Vorbilder, denen sie folgen oder mit denen sie sich auch nur auseinandersetzen könnten. Im Rahmen des Projektes werden die Migrantinnen während ihrer Ausbildung nicht nur persönlich beraten, sondern sie werden auch gezielt in Seminaren weitergebildet, die ihre interkulturellen Kompetenzen stärken. In einem Fotoprojekt porträtieren sie deutsche Frauen und lernen auf diese Weise eine Vielfalt von Lebensentwürfen kennen.
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???Großansicht des Bildes???SABA-Stipendiatinnen © Crespo FoundationBildende
Als zentrales Hindernis gerade für die berufliche Integration haben sich die mangelhaften Deutschkenntnisse erwiesen. Bei der Entwicklung von Material und didaktischen Methoden für den Unterricht Deutsch als Zweitsprache gibt es ganz offensichtlich ein großes Nachholbedürfnis. Außerdem fehlen überzeugende Konzepte, wie das im Unterricht erlernte in der Praxis erprobt und gefestigt werden kann. Bei der Fortsetzung des SABA-Projektes wird die Crespo Foundation diesem Aspekt mehr Raum einräumen, um die Voraussetzungen für Integration und eine erfolgreiche Ausbildung zu verbessern.
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